Normalerweie freue ich mich ja über jedes Update, mit dem Adobe uns beglückt; stehen doch imer wieder nette kleine Verbesserungen und neue Features auf dem Programm. Mit dem Update auf die Version 2015.4, die Adobe vor einigen Tagen veröffentlicht hat haben die Hornochsen aus San Jose aber den Vogel abgeschossen und mich stinkend sauer gemacht.

Der Grund dafür ist so einfach wie unverschämt: Ohne Ankündigung und ohne vorherige Warnung wurde das von mir heiß geliebte und viel genutzte Feature der Mini Bridge ersatzlos gestrichen. Eine Begründung für diese Maßnahme gibt es nicht. Und selbst, wenn es technische Gründe geben sollte, dann ist es ein Unding, eine Programmfunktion einfach zu entfernen, anstatt sich zu bemühen, das mutmaßliche Problem zu lösen. Ich bezahle nicht jeden Monat 50 Steine dafür, dass mir auf einmal ein wichtiger Baustein meines täglichen Workflows fehlt!

Für einen internationalen Kunden habe ich ein umfangreiches System von Templates und Snippets entwickelt, auf das bislang über die Mini Bridge zugegriffen wurde und das weltweit genutzt wurde. Natürlich kann man die reguläre Bridge in den Kompakt-Modus versetzen, jedoch wurden unterschiedliche Trainings-Materialien in Form von Screen Casts hergestellt, in denen das Procedere eben mit Hilfe der Mini Bridge dargestellt wird. Diese Tutorials verlieren hiermit schlagartig ihre Aktualität.

Wie gesagt, im Grunde ist es kein Weltuntergang, und es gibt nach wie vor auch andere Wege, um Snippets oder andere Assets ins Dokument zu bekommen, aber Adobes Arroganz, den Nutzern ein Stück Funktionalität ersatzlos (!) zu streichen, ohne darüber auch nur eine Fußnote im Change Log zu verlieren, ist schon mehr als ärgerlich!

So, wie ich Adobe in den vergangenen 20 Jahren jedoch kennengelernt habe, wird auch das wildeste Geschimpfe eine einmal getroffene Entscheidung nicht wieder rückgängig machen. So ist das eben, wenn ein Software-Hersteller ein Quasi-Monopol innerhalb einer Branche hat …